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Kurzgeschichte Roman: Victor Hugo


  Zum Tode verurteilt - Condamné à mort!

didaktischer Ansatz: Es handelt sich um einen anspruchsvolleren Text. Sie erreichen einen dramatischen Lerneffekt, wenn Sie mit der Datei folgendermaßen umgehen. Vorausgesetzt wird ein passives Verständnis (lesend / hörend) des im Teil Grammatik Diskutierten. Ein aktives Verständnis (schreibend / sprechend) des dort Gesagten ist nicht nötig. Wenn Ihnen nicht klar ist was gemeint ist, folgen Sie dem Link und lesen das im Abschnitt Grammatik Dargestellte durch. Arbeiten Sie jetzt diese Geschichte durch, machen Sie sich anhand der deutschen Übersetzung die Bedeutung klar, lernen Sie die Wörter. Ziehen Sie dann die ganze Datei herunter (152 MB). Es handelt sich um 49 mp3 Dateien als zip/rar gepackt, Sie können dann die zip/rar-Datei entpacken und alle mp3 Dateien in einen mp3 Player ziehen oder auf eine CD kopieren, sie sind dann auf jedem mp3 fähigen Abspielgerät oder modernen CD Player lauffähig.

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I

Condamné à mort!

Voilà cinq semaines que j'habite avec cette pensée, toujours seul avec elle, toujours glacé de sa présence, toujours courbé sous son poids! Autrefois, car il me semble qu'il y a plutôt des années que des semaines, j'étais un homme comme un autre homme. Chaque jour, chaque heure, chaque minute avait son idée. Mon esprit, jeune et riche, était plein de fantaisies. Il s'amusait à me les dérouler les unes après les autres, sans ordre et sans fin, brodant d'inépuisables arabesques cette rude et mince étoffe de la vie. C'étaient des jeunes filles, de splendides chapes d'évêque, des batailles gagnées, des théâtres pleins de bruit et de lumière, et puis encore des jeunes filles et de sombres promenades la nuit sous les larges bras des marronniers. C'était toujours fête dans mon imagination. Je pouvais penser à ce que je voulais, j'étais libre.


Maintenant je suis captif. Mon corps est aux fers dans un cachot, mon esprit est en prison dans une idée. Une horrible, une sanglante, une implacable idée! Je n'ai plus qu'une pensée, qu'une conviction, qu'une certitude : condamné à mort!


Quoi que je fasse, elle est toujours là, cette pensée infernale, comme un spectre de plomb à mes côtés, seule et jalouse, chassant toute distraction, face à face avec moi misérable, et me secouant de ses deux mains de glace quand je veux détourner la tête ou fermer les yeux. Elle se glisse sous toutes les formes où mon esprit voudrait la fuir, se mêle comme un refrain horrible à toutes les paroles qu'on m'adresse, se colle avec moi aux grilles hideuses de mon cachot, m'obsède éveillé, épie mon sommeil convulsif, et reparaît dans mes rêves sous la forme d'un couteau.



Je viens de m'éveiller en sursaut, poursuivi par elle et me disant : Ah! ce n'est qu'un rêve! -Hé bien! avant même que mes yeux lourds aient eu le temps de s'entr'ouvrir assez pour voir cette fatale pensée écrite dans l'horrible réalité qui m'entoure, sur la dalle mouillée et suante de ma cellule, dans les rayons pâles de ma lampe de nuit, dans la trame grossière de la toile de mes vêtements, sur la sombre figure du soldat de garde dont la giberne reluit à travers la grille du cachot, il me semble que déjà une voix a murmuré à mon oreille : -Condamné à mort!

 

I

Zum Tode verurteilt!

Seit fünf Wochen lebe ich nun schon mit diesem Gedanken, immer alleine mit diesem Gedanken, zu Eis erstarrt in seiner Gegenwart, ständig niedergedrückt von seinem Gewicht. Früher, denn ich habe den Eindruck es handelt sich eher um Jahre als um Wochen, war ich ein junger Mann wie alle anderen. Jeder Tag, jede Stunde, jede Minute hatte einen Sinn. Mein Geist, jung und reich, war angefüllt mit Phantasien. Es belustigte ihn, sie mir vorzuführen, eine nach der anderen, ohne Ordnung und ohne Ende, das raue und dünne Leben mit unerschöpflichen Arabesken auszuschmücken. Mal waren es junge Mädchen, mal die glänzende Tracht eine Bischofs, mal
gewonnen Schlachten, mal Theater, mit ihrem Lärm und Licht. Und immer wieder junge Mädchen und dunkle Spaziergänge bei Nacht unter den langen Armen der Kastanienbäume. In meiner Vorstellung gab es nur Feiern. Ich konnte denken was ich wollte, ich war frei.

Jetzt bin ich gefangen. Mein Körper ist in einem Verlies an Eisen gekettet, mein Geist gefangener einer Vorstellung. Einer schrecklichen, blutigen, erbarmungslosen Idee! Nichts hab ich mehr außer einem Gedanken, einer Überzeugung, einer Gewissheit: Zum Tode verurteilt.

Was ich immer ich auch tue, sie ist da, diese teuflische Idee, wie ein Geist aus Blei an meiner Seite,
allein und eifersüchtig, jede Zerstreuung unterbindend, steht mir, dem Elenden gegenüber, schüttelt mich mit ihren beiden Händen aus Eis, wenn ich den Kopf abwenden, die Augen schließen will, mischt sich unter alle Formen, durch die mein Geist ihr zu entrinnen sucht, hängt sich wie ein fürchterlicher Refrain an jedes Wort, das man an mich richtet, hängt sich mit mir an alle die abscheulichen Gitterstäbe meines Kerkers. Bin ich wach, beobachtet sie mich, spioniert meinen von Krämpfen durchschüttelten Schlaf aus und taucht in meinen Träumen in Form eines Messers auf.

Erst gerade eben bin ich plötzlich wach geworden, und sagte zu mir, von ihr verfolgt: Ah! Das ist nur ein Traum! Aber nein! Noch bevor meine schweren Augen die Zeit gehabt hätten, sich soweit zu öffnen, um den schrecklichen Gedanken zu erfassen, der durch die fürchterliche Realität, die mich umgibt, durch die feuchten und schwitzenden Steinplatten meiner Zelle, durch die blassen Strahlen meiner Nachtlampe, durch die raue Struktur des Stoffes meiner Kleidung, durch die düstere Figur des Wachsoldaten, dessen Patronentasche durch die Stäbe des Verlieses hindurch leuchtete , illustriert wurde, vermeinte ich schon ein Stimme zu vernehmen, die mir ins Ohr flüsterte: Zum Tode verurteilt.


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